Mein Kind kommt in die Schule - Was nun?

Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können. Konfuzius

Der Übertritt in die Schule ist sowohl für das Kind als auch für die Eltern ein besonderer Moment. Im Kindergarten war alles noch spielerisch aufgebaut und es stand kein Leistungsdruck dahinter.

"Jetzt beginnt der Ernst des Lebens" wird gerne als Methapher für den Schuleintritt herangezogen. Plötzlich tauchen viele Ängste auf, entscheidet doch die schulische Laufbahn über die berufliche Zukunft unserer Kinder.


Unsicherheiten und Ängste minimieren


Nützen Sie den Tag der offenen Türe in der gewünschten Schule, damit Sie und Ihr Kind sich ein Bild von den Räumlichkeiten und dem/der LehrerIn machen können. Ängste entstehen vor allem dann, wenn wir uns unbekannten Situationen stellen müssen. Je besser Ihr Kind die Schule und über den Ablauf Bescheid weiß, desto weniger Unsicherheiten und Ängste werden entstehen.

Nehmen Sie sich für die Ängste und Sorgen Ihrer Kinder Zeit und gehen Sie auf diese in Gesprächen ein.


Vorfreude schaffen

Besprechen Sie mit dem Kind bereits in den Sommermonaten den Wechsel in die Schule und erläutern Sie dem Kind, dass es dort Lesen, Schreiben und Rechnen lernen wird. Vielleicht hat ihr Kind ein Lieblingsbuch oder möchte gerne selbst Briefe/Mails schreiben können. Der Schulbesuch ermöglicht es ihrem Kind, autonomer zu werden und vieles alleine schaffen zu können.

Wählen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Schulutensilien aus und lassen Sie es mitbestimmen. Bereiten Sie alles gemeinsam vor und unterstützen Sie ihr Kind beim Packen der Schulsachen.

Wie können Sie Ihr Kind im Schulalltag unterstützen?

Eine geregelter Tagesablauf unterstützt die Kinder bei der Bewältigung des Schulalltags. Nach der Schule sollen die Kinder etwas Essen und ein wenig ausruhen können. Täglich sollte ein fixer Zeitrahmen für die Erledigung der Hausaufgaben vereinbart werden. Ihr Kind benötigit dafür einen geeigneten Schreibtisch und Sessel sowie einen ruhigen Ort. Fernsehen, Musik, Handy, spielende Geschwister, etc. sind eine große Ablenkung und erschweren die Konzentration erheblich. Kontrollierne Sie gemeinsam die Hausaufgabe und richten Sie alles für den nächsten Tag her. Ihr Kind soll nach und nach lernen, diese Dinge selbstständig durchzuführen. Dies ist allerdings ein Prozess, der liebevoll begleitet werden muss.

Die Wahl der Schreibmaterialien ist für die Flüssigkeit des Schreibens und für eine unverkrampfte Körperhaltung entscheidend. Erkundigen Sie sich in Fachgeschäften und wählen Sie passende Materialien aus. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind den Stift richtig hält und leserlich schreibt. Ihr Kind belegt keinen Kaligraphiekurs, daher beharren Sie bitte nicht auf einem perfektem Schriftbild, vor allem, wenn Ihr Kind mit der linken Hand schreibt. Zu viel Druck beim Lesen und Schreiben lernen verdirbt alsbald die Freude daran und wird zu einer lästigen Pflicht.

Wiederholen Sie das Gelernte mit Ihrem Kind im Alltag. So lernt es von Anfang an, Gelerntes dauerhaft zu behalten und im Alltag einzubauen. Verbinden Sie den Schulstoff mit Museum-, Kino-, Zoobesuchen, etc., damit Ihr Kind die Bedeutung und den Wert von Wissen begreift.

Wenn ein Mensch weiß, warum etwas gelernt werden soll, ist die Motivion deutlich höher. Isoliertes Lernen ohne Bezug zum Alltag ist wenig effektiv und wird von den Kindern als mühsam und unnötig empfunden.

Was Sie vermeiden sollten...

  • Negative Äußerungen gegenüber der Schule: "Ich war auch immer ein/eine schlechte/er Schüler/in."
  • zu hohe Erwartungen/Drohungen: "Wenn du keine guten Noten hast, wird aus dir nichts werden."
  • Die Ängste Ihrer Kinder nicht ernst nehmen: "Jeder muss da durch."
  • Überforderung: "Je mehr Förderung, desto besser."
  • Druck ausüben: "Kein Fleiß, kein Preis."

Viele dieser Aussagen kennen Sie aus Ihrer eignen Schulzeit. Sie sind gut gemeint, bewirken aber oft das Gegenteil. Es entsteht in unseren Köpfen ein negatives schulisches Bild, das von Zwang, Druck, Pflicht, Verzicht und Disziplin geprägt ist.

Motivation und Lernintersse entstehen aber durch Neugierde, Erfolgshoffnung, Interesse und positiven Erlebnissen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kind

einen guten Start in der Schule!